Bis 1953 (siehe Foto) war das Gebiet, wo sich heute das Hotel befindet, mit Weintrauben und Pfirsichbäumen meiner Großeltern Natale und Luisa Piotti bestellt, die mit ihren Eltern und der kleinen Gabriella in dem Haus im Hintergrund lebten.
Dieses Haus ist heute noch das Haus meiner Mutter Gabriella und es hat sich außen kaum verändert.

Im Jahre 1953 bauen Natale und Luisa mitten im Weinberg eine kleine Villa, die sie in den warmen Sommermonaten vermieten; 1957 wird die Villa nicht ohne große finanzielle Mühe vergrößert (um das eigene Haus vermieten und das Geld für die Arbeiten sparen zu können, schlafen Natale, Luisa und Gabriella zwei Sommer in einem Zelt am Strand...) und sie wird zur "Pensione Piotti" (mit nur 12 Zimmern).
In jenen Jahren war der Fremdenverkehr im Gebiet von Diano Marina noch nicht sehr entwickelt, die Methoden, um neue Gäste anzulocken, waren noch recht primitiv... Gabriella erzählt, dass sie mit 14 Jahren die Autos mit deutschem Kennzeichen mitten auf der Straße anhielt und ihnen die Familienpension empfahl.

Luisa arbeitet in der Küche, Gabriella am Empfangs-Desk und Natale widmet sich der Instandhaltung (sowie der Jagd und der Fischerei, seine Lieblingsarbeiten).
1961 heiratet Gabriella Franco Ghirardi, frisch gebackener Kapitän auf langer Fahrt der Schiffsakademie von Livorno.

Im selben Jahr wird die Pension, die in der Zwischenzeit vergrößert und verschönert wurde, in das Hotel Gabriella umbenannt.
Franco beschließt, nicht auf's Meer hinaus zu ziehen. Mit seiner Arbeit und vor allem mit seiner großen Neugier und seinem Geschick gelingt es, das Hotel Gabriella zu einem der bekanntesten an der Blumenriviera zu machen.
Die Änderungen und Entscheidungen, die Franco durchgeführt hat, waren gewiss nur dank der Unterstützung und des Aufopferungsgeistes von Gabriella möglich, denn ohne diese Mischung von Ideen und harter Arbeit hätte man wohl nichts oder nur viel weniger erreichen können.

Dank der außerordentlichen Gastfreundschaft und der freundlichen und familiären Atmosphäre bildet sich in den Jahren von 1961 bis 1980 eine Stammkundschaft von Gästen, die viele Ferientage und Abenteuer miteinander verbringen.
Einige von ihnen sind heute noch unsere Gäste, Sannita, Alberto und Simo, Renzo und Maria Pia, Lilo und Wolfgang, Germana und Franco, Rosy und Tonino.
Alle erinnern sich sicher an die Mahlzeiten unter dem Gazebo, die Bocciapartien, die Tanzabende zu "ferragosto" am 15. August, die Mahlzeitglocke, das Lachen und die Verkleidungen im Speisesaal…
Andere sind leider nicht mehr unter uns, und in diesem Kapitel der Geschichte möchte ich mit Zuneigung und Wehmut an die vielen Sommer mit dem großen Valentino und Zio Vinicio, Renato, Virgilio und Compagnoni, dem mürrischen Polastri erinnern…

Franco hat uns 1989 viel zu früh verlassen, wir vermissen Ihn schmerzlich. Die erste Zeit danach war nicht leicht. Ohne meinen Vater musste ich mit meiner Mutter und meiner Schwester Laura, die sich in der Zwischenzeit zu uns gesellt hatte, viele Schwierigkeiten überwinden.

Wir können aber stolz auf das Ergebnis sein, denn das Hotel erneuert und verbessert sich ständig, mit neuen Ideen, Dienstleistungen und Anlagen. Unsere alten Kunden, aber auch ihre Kinder und Enkelkinder, verbringen angenehme Ferien und kehren zufrieden heim.

Aus diesem Grund bezeichnen wir unser Hotel als "fünfzigjährige Leitung, von einer 50jährigen Kundschaft belohnt. Eine Hotelleitung, die sich durch sorgenvollen Einsatz und großer, jedoch zurückhaltender Aufmerksamkeit kennzeichnet. Die Leitung des Hauses durch unserer Familie steht seit Generationen, für Generationen von Gästen".

Alberto Ghirardi